Präsidentschaftskandidaten unter der Lupe: Newt Gingrich

Für manche ist Newt Gingrich schon länger in der politischen Geschichte Amerikas verwickelt, als Uncle Sam selbst, dass er derzeit einen enormen Aufschwung in den Umfragen zu verzeichnen hat, zeigt auf, dass die Wähler die 1% immer noch gerne im weißen Haus sehen.

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Mit 31 Jahren streckte er zum ersten Mal zaghaft die Hände gen Politik aus, obwohl er bereits in seinen Jahren als Teenager Interesse dafür entwickelte.

1974 gewann er beinahe die Wahl zum republikanischen Kandidaten von Georgias sechsten Distrikt gegen den fast 30 Jahre älteren Jack Flynt, ein großer Erfolg in so jungen Jahren.

Gingrich macht früh auf sich aufmerksam

Besonders in den 90ern, als er bereits Kongressmitglied war, gewann Gingrich durch clevere, ökonomische Sparmaßnahmen, die geplant werden sollten, sobald die Republikaner an die Macht kämen, die Aufmerksamkeit der Medien und schaffte es mit den Republikanern zum ersten Mal seit 1954 die Mehrheit der Sitze im Kongress zu erlangen.

Der „Contract with America“, wurde nur teilweise durchgesetzt, nicht zuletzt, weil viele der vorgeschlagenen Gesetze wie üblich in der Durchführung hängen blieben, darunter vor allem diejenigen, die Jobs und Gehälter zugänglicher machen sollten.

Bis in die späten 90er war Gingrich ein festes Mitglied des Kongresses, musste sich aber vermehrt gegen die Attacken der GOP wehren und trat 1998 aus, um sich auf seine Karriere als Autor und politischer Berater zu konzentrieren.

Unter George W. Bush war Newt Gingrich ein Berater für das Pentagon und Außensekretär, 1999 sollte er für die USA einen Bericht darüber schreiben, welche Aufgaben die Staatssicherheit bis 2025 zu bewältigen hätte.

Diese und andere Tätigkeiten als Berater würden in der Wahl 2011 sicher auch dafür sorgen, dass er allgemein als kompetenter Redner und Denker verstanden wurde.

Wie stehen die Chancen zur Wahl?

Dass Gingrich ein sehr solider Kandidat ist, das ist klar, außerdem hat er schon mehrfach bewiesen, dass er sich rhetorisch nicht ins Aus redet (wie etwa Perry oder der mittlerweile ausgetretene Cain) und außerdem stichfeste Pläne für Amerika hat.

Sein teilweise fragwürdiges Privatleben scheint ausnahmsweise niemanden zu stören, was sicherlich auch daran liegt, dass Gingrich in der Öffentlichkeit ein sehr solides Auftreten vorweisen kann und in vielen verschiedenen Positionen gearbeitet hat. Für Mitt Romney ist er vor allem deshalb ein großer Konkurrent, weil er im Gegensatz zu Romney und selbst Ron Paul – der für die Demokraten der bevorzugte Republikaner wäre – außerdem extrem konservativ ist und daher niemanden durch allzu liberale Einstellungen abschrecken könnte.

Ironisch ist jedoch folgendes: inmitten der republikanischen Kandidaten führt Gingrich derzeit mit erstaunlicher Mehrheit, jedoch haben Umfragen auch ergeben, dass Gingrich gegen Obama weniger Stimmen einbringen würde, als etwa Romney gegen Obama.

Die Lösung dieses Phänomens ist klar: Viele Leute, auch Demokraten, sind generell gegen Obama gestimmt, würden daher bei einem liberaler eingestellten Republikaner, der noch nicht – wie Gingrich – in Skandalen wegen Hinterziehung verwickelt war, eher das Kreuz setzen. Bei der Wahl zwischen Obama und Gingrich würde das jedoch schwer fallen, denn Gingrich wurden schon diverse Betrugsversuche vorgeworfen, die Staatsgelder beinhalteten, außerdem hält er mit seinen traditionellen Meinungen zu liberalen Themen nicht hinter den Berg.

Ob Gingrich wirklich als Republikaner das Rennen macht, um schlussendlich gegen Obama zu gewinnen? Nun, ersteres vielleicht, Letzteres wohl kaum, weshalb sich die Republikaner sicher auch schnell nach einer etwas seichteren Alternative umsehen werden, um ansatzweise Chancen bei der Wahl 2012 zu haben.

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